neue geschichten,

gedanken, fiktives und biografisches, ernstes und kokolores

hier laufend zu lesen und zu hören:

 

podcast schokolores

 


 

gräte fisch

 

gräte fisch ist nicht kommerz, vielmehr eine extravagante,

feiert wild, ausgelassen und gibt sich gern die kante,

ist eine luxuslady, keine 0815 farblos, fluffi, fade tante.

 

nicht ganz schuppenfrei, doch vogelfrei und völlig ungebunden,

den richtigen noch nicht erfischt, den einserhecht noch nicht gefunden,

trotz grätes jeder menge köder, betörendes und sexappeal,

erwartet von makrelen- barsch- und schollenjungs wohl viel zu viel.

 

seltsam an gräte ist so manches, doch wirklich komisch,

nicht nur für sie, sondern jeden anderen typ von fisch,

anstatt zu plantschen, tauchen oder schwimmen,

lässt sich gräte schuppen und auch flossen trimmen.

 

anstatt zu kraulen, läuft und spaziert sie übers meer,

das ist ihre passion, das liebt sie wirklich sehr!

das spezielle ist das ihre, auch gerne schneller, weiter, ferner,

das entspricht so gar nicht bademeister fischkopf werner.

ein ruhiger geselle, eher gediegen, figurbetont nur in der breite,

eher langsam, nah und nie und nimmer reizt ihn das weite.

 

werner ist ein gesetzter, ein bodenständiger hanseate,

nicht der schönste, es entstellt die schuppenscharte,

ist aber bademeister und sicherer anker am strandbad "kelle",

gern gesehen und gegrüsst, doch ewiger single junggeselle.

 

doch eine tolle scholle würde ihn schon reizen, es gibt die eine -

die gräte fisch, da pulsieren die kiemen, das wär die seine.

für eine wie die gräte, die eins-a-tipp-topp-super-puppe,

wirft sich sogar strandjung werner in seine feinripp-goldkantschuppe.

 

doch gräte ist etepetete, wählerisch und auch ziemlich eitel,

für einen fischkopf zieht sich gräte keinen sonntagsscheitel,

sie wartet auf den gut gebauten, maskulinen schicken hecht,

nur der grösste, mit ruhm und glemmer ist der gräte recht.

 

doch eines tages, unser grätchen wieder am flanieren und spazieren,

werner ahnte es schon immer, es musste mal passieren,

aus dem nichts, dem hinterhalt, die feuerqualle die gemeine,

gefangen in der pustelfalle, grätes sexy luxusbeine.

 

es hat sich ausgelatscht und ausgelaufen, es droht das ende durch ersaufen,

die schmerzen ojemine und des kommt noch schlimmer,

gräte des wahren geist des fisch seins keinen schimmer,

kann weder kraulen noch sonst was helfen könnte, sie ist nichtschwimmer.

 

doch wer ist zur stelle in grösster not, es ist der werner,

nichts liegt im näher, nichts mag er gerner,

einen seiner art, ob dünnen, oder fetten, zu retten.

 

eng wird es und auch intim,

in fischkopf werners rettungsring,

dieses schuppenreiben aneinander,

bringt nicht nur unsere gräte durcheinander

und plötzlich macht es splashbummbazing!

 

wie schuppen fällt es ihr von den augen und ihr wird klar,

werner ist ihr held, ein uniquat, tapfer und ganz wunderbar,

gräte ist verliebt bis in die letzte flossenspitze,

ihr unerschrockener lebensretter fischkopfmässig super spitze!

 

werner ist kein mukihecht, kein berühmter und kein fescher,

doch er ist der wahre, der einzig richtige jetzt in grätes kescher,

und so geht es als paar für unsere beiden im leben weiter,

denn zuzweit macht das leben viel mehr sinn, ist einfach gescheiter.

 

alles bestens, happy end für unser grätl und den werner,

denn was ist schöner, was macht man wenn man fisch ist gerner:

seite an seite und zu zweit durch alle tiefen der gewässer,

denn gemeinsam schwimmt es sich einfach viel, viel besser!